Die Stadt Erlangen informiert ab sofort monatlich über mögliche Gefahrenlagen und geeignete Vorsorgemaßnahmen. Unter dem Titel „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ beginnt die Reihe mit Hinweisen zum richtigen Verhalten bei Stromausfällen und zu den Vorbereitungen, die Haushalt und Kommune getroffen haben.
Warum private Vorsorge wichtig bleibt
Das deutsche Stromnetz gilt als sehr stabil, Ausfälle sind selten und meist örtlich begrenzt. Dennoch zeigen aktuelle Ereignisse, dass kritische Infrastrukturen störanfällig sein können. Ursachen für Ausfälle reichen von Starkregen bis zu schweren Stürmen. In vielen Fällen wird die Versorgung innerhalb weniger Stunden wiederhergestellt, in Ausnahmesituationen kann es jedoch mehrere Tage dauern. Deshalb rät die Stadt zur frühzeitigen privaten Vorsorge, denn im Ernstfall seien nachträgliche Maßnahmen oft zu spät.
Praktische Hinweise für Haushalte
Bewährt hat sich die Prüfung, ob ein Stromausfall nur die eigene Wohnung oder ein größeres Gebiet betrifft. Elektrische Geräte sollten vorsorglich vom Netz getrennt werden, um Schäden beim Wiederkehr des Stroms zu vermeiden. Kerzen sind nur mit großer Vorsicht zu nutzen. Grillgeräte, offenes Feuer oder Gaskocher dürfen nicht in Innenräumen betrieben werden, da akute Brandgefahr und Erstickungsrisiken bestehen.
Da Einkäufe im Ernstfall eingeschränkt sein können, empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe einen Vorrat für mindestens drei Tage. Pro Person sind zwei Liter Wasser pro Tag vorgesehen. Für einen Drei Personen Haushalt entspricht das 18 Liter Wasser. Ergänzt werden sollten haltbare Lebensmittel, die nicht gekühlt werden müssen, sowie Futter für Haustiere.
Zur Informationsversorgung empfiehlt die Stadt ein batteriebetriebenes Radio, idealerweise mit Solarzelle oder Kurbel. Alternativ kann das Autoradio genutzt werden. Je nach Lage soll die Stadt zusätzlich über Lautsprecherfahrzeuge informieren.
Kommunale Einrichtungen und technische Ausstattung
Für länger andauernde und großflächige Ausfälle hat die Stadt Erlangen 19 sogenannte Leuchttürme eingerichtet. Diese notstromversorgten Anlaufstellen dienen dazu, Informationen zu verbreiten und Notrufe entgegenzunehmen. Die Stadt weist jedoch darauf hin, dass eine Rundum Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger an diesen Standorten nicht möglich ist. Eine digitale Karte mit allen Standorten ist unter www.erlangen.de/stromausfall abrufbar.
Das Sachgebiet Katastrophenschutz der Stadt verfügt über ein Konzept zur Bewältigung eines mehrtägigen Stromausfalls und führt spezielle Übungen für Einsatzkräfte durch. Bei der Planung kommunaler Gebäude wird die Notstromversorgung bereits seit mehreren Jahren berücksichtigt. Zu den Gebäuden mit fest installierten Notstromaggregaten gehören unter anderem die Hauptfeuerwache, mehrere Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren und die Gerd Lohwasser Halle. Auch das Stadtteilzentrum Büchenbach und das Berufsschulzentrum sollen über eine feste Notstromversorgung verfügen.
Ende 2024 erhielt das Amt für Brand und Katastrophenschutz eine mobile Netzersatzanlage mit einer Leistung von 124 Kilovoltampere auf einem Anhänger. Die Anlage kann etwa großflächige Beleuchtung sicherstellen oder Gebäude mit Notstrom versorgen. Eine weitere mobile Netzersatzanlage stellt der Freistaat Bayern der Stadt in Kürze zur Verfügung.
Weiterführende Informationen und die digitalen Karten sind online unter www.erlangen.de/stromausfall sowie beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter www.bbk.bund.de abrufbar.
Quelle anzeigen
Auch interessant:


