Der Tiergarten Nürnberg bietet von Mitte Januar bis Juni 2026 eine kostenlose Vortragsreihe zu Artenschutz, Forschung, Umweltbildung und Tierhaltung an. Die Veranstaltungen finden im Naturkundehaus des Tiergartens statt, beginnen jeweils um 19.30 Uhr und erfordern keine Anmeldung.
Programmüberblick und Themen
Den Auftakt bildet am 15. Januar Anna Böhm, Kommunikationsleiterin des Tiergartens, mit einem Vortrag zur Wahrnehmung von Natur und zur Frage, welche Verantwortung Zoos in einer Gesellschaft tragen, deren Bild von Natur sich verändert hat. Am 19. Februar erläutert Dr. Dag Encke, Leitender Direktor des Tiergartens, strategische Entwicklungsziele und geplante Schritte zur Weiterentwicklung der Einrichtung, zur Verbesserung der Tierhaltungen und zur Stärkung der Rolle des Tiergartens in der Stadtgesellschaft.
Am 12. März stehen Harpyien im Mittelpunkt. Susann Müller, Revierleiterin für das Vogelrevier, das Aquarium und das Naturkundehaus, sowie Dr. Lorenzo von Fersen, Kurator für Forschung und Artenschutz, berichten über Haltung und Zucht der Greifvögel. Die Harpyie gilt als eine der größten Greifvogelarten und ist in den Regenwäldern Lateinamerikas durch Verlust von Lebensraum stark bedroht. Der Tiergarten koordiniert seit 2024 das EAZA Ex situ Programm EEP für diese Art und trägt damit zur Erhaltung bei.
Weitere Vortragsthemen von Waldschutz bis invasive Arten
Am 16. April zeigt der Naturfotograf und Multivisionskünstler Berndt Fischer unter dem Titel Europas bedrohte Wälder Bilder aus Rumänien und dem ehemaligen Jugoslawien. Die Präsentation spannt einen Bogen von borealen Nadelwäldern bis zu mediterranen Wäldern und setzt die Schönheit ursprünglicher Wälder in Relation zu nicht nachhaltiger Nutzung.
Am 29. April spricht Dr. Nicole Höcherl, Fachkraft für Bienengesundheit, über die Asiatische Hornisse, ihre Ausbreitung in Europa in den vergangenen 25 Jahren, ihre Lebensweise und Gründe für ihren Erfolg sowie über praktische Maßnahmen, mit denen Bürgerinnen und Bürger die heimische Insektenwelt unterstützen können.
Am 7. Mai gibt Dr. Barbara Jantschke einen Rückblick auf ihre fast 25 Jahre als Leiterin des Augsburger Zoos. Sie verlässt die Leitung im Frühjahr 2026 und blickt auf die Entwicklung des 22 Hektar großen Zoos und auf zentrale Bauprojekte, darunter das neue Elefantenhaus von 2020.
Bedrohte Arten im Fokus: Nashörner
Den Abschluss bildet am 11. Juni Dr. Fritz Jantschke mit einem Vortrag zum Status des Nashornschutzes. Er stellt die Lage der fünf Nashornarten dar, berichtet von seinen Besuchen in den jeweiligen Lebensräumen und von Umsiedlungsaktionen mit Spitzmaulnashörnern in Simbabwe und mit Panzernashörnern in Nepal. Sein Fazit beschreibt die gegenwärtige Bedrohungslage als besonders akut, belässt aber Raum für kritische Diskussion und vorsichtigen Optimismus.
Zugang, Zielsetzung und weiterführende Informationen
Die Reihe soll als Lernort fungieren, in dem Fachleute ihr Wissen vermitteln, Zusammenhänge im Arten- und Klimaschutz erklären und Einblicke in laufende Forschungsprojekte sowie in die tägliche Arbeit des Tiergartens geben. Nach den Vorträgen sind Fragen und Diskussionen vorgesehen. Das vollständige Programm ist auf der Webseite tgnbg.de/50 einzusehen.
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