Ein aktueller Bericht der Stadt dokumentiert die Bedeutung von Grünflächen für Klima, Gesundheit und Lebensqualität in Nürnberg. Das Papier wurde am 4. Februar 2026 im Umweltausschuss vorgestellt. Demnach machen Freiflächen fast die Hälfte der Stadtfläche aus, gleichzeitig bestehen vor allem innerhalb des Mittleren Rings Defizite, die noch angegangen werden müssen.
Bestandsaufnahme und Zahlen
Die Stadt führt in dem Bericht eine detaillierte Aufstellung der Flächennutzung. Öffentliche Grün und Parkanlagen nehmen 589 Hektar ein, Spielplätze 83 Hektar, Waldflächen 2 812 Hektar und landwirtschaftliche Flächen 3 162 Hektar. Insgesamt umfassen Freiflächen 9 073 Hektar, das entspricht 48,7 Prozent der Stadtfläche.
Eine aktuelle Luftbildanalyse ergibt, dass rund 45 Prozent der Gesamtstadt vegetationsüberdeckt sind. Die Werte variieren stark zwischen den Stadtteilen. So liegt der Vegetationsanteil bei etwa zehn Prozent in Tafelhof und bei rund 80 Prozent in Buchenbühl. Der Baumüberschirmungsgrad liegt bei ungefähr 20 Prozent in der Stadt insgesamt und bei etwa 13 Prozent innerhalb der Siedlungsflächen. Nach Angaben der Stadt gibt es im Siedlungsgebiet mindestens 500 000 Bäume, von denen 270 000 auf öffentlichen Flächen stehen.
Rechtlicher Rahmen und Bedeutung
Seit 2024 ist die EU Verordnung zur Wiederherstellung der Natur in Kraft. Sie verlangt unter anderem eine systematische Erfassung von Grünflächen und der Baumüberschirmung. Die Stadt fasst Stadtgrün breit: dazu zählen gestaltete Parks, naturnahe Bereiche, private Gärten und öffentliche Anlagen. In der Vorlage wird Stadtgrün als wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung, zur Gesundheit der Bevölkerung und zum sozialen Zusammenhalt beschrieben.
Umgesetzte Maßnahmen und verbleibende Lücken
Seit 2020 hat Nürnberg nach eigenen Angaben mehrere Maßnahmen ergriffen, um Grünflächen zu sichern und auszubauen. Über die Bauleitplanung konnten 22,6 Hektar öffentliche Grünflächen und 2,2 Hektar Spielflächen dauerhaft geschützt werden. Der Servicebetrieb Offentlicher Raum schuf zusätzlich 18,4 Hektar neue Grünflächen und 3,5 Hektar neue Spielflächen. Weitere Projekte laufen im Rahmen des Masterplans Freiraum, der Stadterneuerung und der Vorbereitung der urbanen Landesgartenschau 2030.
Trotz dieser Schritte weist die Stadt einen vergleichsweise hohen Versiegelungsgrad auf, heißt es im Bericht. Neue Flächen wurden in den vergangenen Jahren nur in moderatem Umfang in Anspruch genommen. Als besonders problematisch werden die Defizite innerhalb des Mittleren Rings genannt, wo die Schaffung zusätzlichen Grüns nach Einschätzung der Stadt gezielt vorangetrieben werden muss.
Die für Umwelt und Gesundheit zuständige Referentin Britta Walthelm bezeichnete Nürnbergs Grünstrukturen als wertvoll und verwies zugleich auf die Aufgabe, bestehende Flächen zu sichern, Flächen zu entsiegeln und in dicht bebauten Quartieren mehr Grün zu schaffen. Sie betonte, dass Stadtgrün mehr sei als ein schöner Anblick und als zentraler Baustein für eine klimaresiliente und lebenswerte Stadt fungiere.
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