Die Stadt Nürnberg will ihre historische Altstadt an Häufung von Hitze und Starkregen anpassen. Bei einem Rundgang am 4. August 2026 erläuterte Baubürgermeister Dr. Nasser Ahmed, wie Maßnahmen wie Entsiegelung, zusätzliche Bäume und Regenwassermanagement die Innenstadt resilienter machen sollen. Zahlreiche fertiggestellte Projekte zeigen bereits die Richtung, weitere Umgestaltungen sind geplant.
Strategie und Leitgedanken
Stadtverwaltung und Fachämter arbeiten nach dem Schwammstadtprinzip. Ziel ist es, Regenwasser dezentral zu halten und städtische Flächen so zu gestalten, dass sie an heißen Tagen Schatten und Verdunstungskälte bieten. Die Verantwortlichen betonen, dass Hitze nicht nur eine Umweltfrage ist, sondern auch Auswirkungen auf Gesundheit und soziale Gerechtigkeit hat. Die Klimafunktionskarte weist die Altstadt als einen der Hitzehotspots aus und gibt damit den Auftrag vor, sukzessive mehr Grün, mehr Schatten und mehr Wasser in den Stadtraum zu bringen.
Konkrete Umgestaltungen in der Altstadt
Mehrere Umgestaltungen in der Altstadt lassen die Strategie bereits konkret werden. Am Nägeleinsplatz wurde eine ehemalige Parkplatzfläche entsiegelt und in eine Uferpromenade an der Pegnitz verwandelt. Die Fläche wurde 2025 neu eröffnet. Dort wurden 39 klimaresistente Bäume gepflanzt und der direkte Zugang zum Wasser hergestellt, mit dem Ziel, Stadtklima, Biodiversität und Aufenthaltsqualität zu verbessern.
In der Breiten Gasse sorgen neue Bäume, Trinkwasserangebote und ein barrierefreies Pflastersystem nach dem Schwammstadtprinzip für mehr Schatten und bessere Regenwassernutzung. Nach Einschätzung der Stadt ist die Straße damit besser für die Folgen des Klimawandels gerüstet.
Auf dem Lorenzer Platz wurden Flächen entsiegelt, zusätzliche Bäume gepflanzt sowie ein Wasserspiel und ein Trinkwasserbrunnen installiert. Die Neugestaltung soll zeigen, wie Klimaanpassung mit Denkmalpflege und städtebaulicher Gestaltung zusammenwirken kann.
Kleine Flächen erhalten ebenfalls Gewicht. In der Nonnengasse entstand aus einer ehemaligen Schotter- und Parkplatzfläche ein Pocket Park mit Bäumen, Blühpflanzen und Sitzgelegenheiten. Am Marientorzwinger verbindet das Projekt Stadterneuerung mit Denkmalschutz: ein wiederaufgebauter Mauerturm, neue Grünflächen und gepflanzte Bäume ergänzen erhaltene alte Bäume, die bereits heute Schatten spenden.
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