Der Dummer August hat seinen Ursprung in der Zirkuswelt des 19. Jahrhunderts, wo er als eine besonders skurrile Figur in Erscheinung trat. Inspiriert von der Commedia dell’arte, fand er seinen Weg durch die Figur Centunculus, der für seine komischen und oft tollpatschigen Eigenschaften bekannt war, in den Zirkus. Ausgestattet mit einer roten Nase und einem bunten Kostüm, wurde der Dummer August schnell zum Liebling des Publikums. Dieser Clown strahlt gute Laune aus, selbst wenn seine Missgeschicke die Zuschauer zum Lachen bringen. In einigen Geschichten wird er sogar als Zahnarzt dargestellt, der anstelle medizinischer Fähigkeiten lieber Schnaps und Witz verteilt. Der Zirkusdirektor, der für die Unterhaltung der Gäste sorgt, nutzt den Dummen August, um das Publikum zu fesseln und Freude zu verbreiten. So entwickelte sich die Figur des Dummen August zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Zirkuslebens.
Die Rolle des dummen August im Zirkus
Der dummer August, als zentrale Clownsfigur im Zirkus, spielt eine essenzielle Rolle in der Zirkushierarchie. Er ist oft der Rotclown, der als einfältiger, aber liebenswerter Charakter auftritt und eng mit dem Weißclown als Gegenspieler verbunden ist. Diese dynamische Beziehung erzeugt eine Komik, die durch Gesten und Slapstick-Humor funktioniert. Der dummer August erinnert in seiner Unsicherheit an die Strolche von Charlie Chaplin und spielt mit dem Publikum, indem er seine Tollpatschigkeit grell zur Schau stellt. Sigmund Freud beschrieb den dummen August als Spiegel der menschlichen Seele, die sowohl komisch als auch bedauerlich erscheint. Berühmte Darsteller wie Grock trugen zur Entwicklung dieser Figur bei, indem sie Elemente des Mimens, der Musik und der Akrobatik miteinander kombinierten. Jongleure und Musiker, die in ihre Performances integriert sind, vermitteln ein unverwechselbares Zirkusgefühl, das die Zuschauer fesselt.
Berühmte Darsteller des dummen August
Oleg Popow, ein legendärer russischer Clown, hat die Figur des dummen August geprägt und ist bekannt für seine Pantomime, die mit feinem Humor und viel Herz zur Zirkusgeschichte gehört. In der Hierarchie der Clowns ist der dummer August oft der Rotclown, der als Gegenspieler zum coolen Weißclown agiert. Diese traditionelle Clownsfigur hat ihre Wurzeln in den frühen Zirkussen und wurde von großen Künstlern wie dem Schweizer Musikclown Grock und dem virtuosen Akrobaten und Jongleur Raffael Padilla, bekannt aus dem Film Monsieur Chocolat mit Roschdy Zem, verkörpert. Auch Charlie Chaplin wird oft mit der komischen Essenz des dummen August assoziiert. Die Rolle des dummen August ist nicht nur auf die Bühne beschränkt, sondern hat auch in der Geschichte des Zirkus und der Clownkunst einen bleibenden Einfluss hinterlassen.
Günter Grass und der dumme August
Günter Grass, der bedeutende deutsche Schriftsteller und Nobelpreisträger, thematisierte den dummen August in seinem Lyrikband, der 2007 im Steidl Verlag in Göttingen veröffentlicht wurde. Mit der ISBN 9783865214218 ist das gebundene Buch für € 25,00 erhältlich und kann auf Plattformen wie Abebooks bestellt werden. Der Klappentext des Werkes verweist auf den Entstehungszeitraum im Spätsommer 2006 in Dänemark, wo Grass 41 Gedichte und zahlreiche Lithographien und Zeichnungen in Schwarz-Weiß-Grau schuf. Diese Arbeiten bilden ein Erinnerungsbuch und reflektieren den Gefühls- und Seelenhaushalt des Autors, der sich auch mit seiner NS-Vergangenheit auseinandersetzt. Der dummer August wird dabei als Symbol des Clowns im Zirkus Sarrasani genutzt, um komplexe Themen wie das Küchenbiotop und Waldbiotop lyrisch zu verarbeiten. Der Lyrikband umfasst 80 Seiten und ist in einem gebundenen Format erhältlich, das Leser dazu einlädt, die vielfältigen Facetten und die gesellschaftliche Kritik durch den Blick des dummen August zu entdecken.
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