Die Fastenzeit, die auch als österliche Bußzeit bekannt ist, beginnt am Aschermittwoch und dauert 40 Tage bis zu Ostern. In dieser Zeit gedenken die Gläubigen des Leidens Christi und bereiten sich geistig auf das bevorstehende Osterfest vor. Die Fastensonntage spielen hierbei eine besondere Rolle und bieten in der Liturgie die Möglichkeit, zentrale Themen wie die Versuchungsgeschichte und die Wüstenzeit zu reflektieren. Jeder dieser Sonntage hat spezielle liturgische Merkmale, die durch den Liturgischen Gruß und das Kreuzzeichen hervorgehoben werden. Während der Wort-Gottes-Feiern werden biblisch-theologische Grundlagen vermittelt, die den Gläubigen helfen, die tiefere Bedeutung der Fastenzeit zu erkennen. Diese Zeit der inneren Einkehr und Besinnung dient nicht nur der Vorbereitung auf das Fest der Auferstehung, sondern lädt auch dazu ein, das eigene Glaubensleben zu vertiefen.
Der erste Fastensonntag: Invocabit
Fastensonntag, auch bekannt als Invocabit, stellt den ersten Sonntag der Fastenzeit dar und ist ein wichtiger Tag für Gläubige, um zur Umkehr und Besinnung auf das Evangelium Jesu einzuladen. Der Name Invocabit leitet sich von dem lateinischen Wort ab, was so viel wie ‚er wird anrufen‘ bedeutet, und bezieht sich auf die Aufforderung, Gott in Zeiten der Buße und der Vorbereitung auf die Taufe zu suchen. Dieser Sonntag wird häufig mit der Wüste assoziiert, in der Jesus gefastet hat. In der Tradition des Mittelalters war Invocabit entscheidend, um Gläubige auf die kommenden Fastensonntage wie Reminiscere, Oculi und schließlich Laetare vorzubereiten. Bei den Gottesdiensten an diesem Sonntag wird oft auf den weißen Sonntag verwiesen, der mit der Feier der Taufe zusammenhängt, was die Bedeutung der Buße und der Erneuerung hervorhebt. Der Invocabit-Sonntag gilt somit nicht nur als Beginn einer bedeutenden liturgischen Zeit, sondern auch als Unterstützung auf dem Weg der spirituellen Reinigung.
Traditionen und Bräuche der Fastensonntage
In der traditionell gelebten Fastenzeit, die im Aschermittwoch beginnt, werden die Fastensonntage von spezieller Bedeutung. Diese österliche Bußzeit umfasst verschiedene liturgische Besonderheiten, die sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche zur Geltung kommen. Zum Beispiel wird der Erster Fastensonntag, auch bekannt als Invocabit, mit einer besonderen heiligen Messe gefeiert. Die Liturgie an diesen Tagen beinhaltet oft Introitus, die das Leiden Christi thematisieren. Der Dritte Fastensonntag thematisiert die Versuchungsgeschichte und erinnert an die Fasten Jesu in der Wüstenzeit. Jeder dieser Fastensonntage trägt biblisch-theologische Grundlagen in sich und verbindet die Gläubigen in einem kollektiven Bußakt, der sich auf das bevorstehende Ostern vorbereitet. Der 4. Fastensonntag, auch Laetare genannt, bietet einen Ausblick auf die Freude zu Ostern und hebt die Vorfreude auf das zentrale Fest des Christentums hervor.
Der 4. Fastensonntag: Laetare und seine Bedeutung
Der 4. Fastensonntag, auch bekannt als Laetare, markiert einen besonderen Moment in der Fastenzeit. Mit dem latanischen Aufruf „Freue dich!“ erinnert dieser Sonntag an die bevorstehenden Feierlichkeiten des Osterfests. Die liturgische Farbe Rosa symbolisiert Freude und Hoffnung, was diesem Sonntag eine tröstende Bedeutung verleiht. Der Eröffnungsvers, der oft auf Jerusalem verweist, betont die bevorstehende Erlösung und das Licht, das mit dem Osterfest naht. Historisch betrachtet erlebte Laetare im Mittelalter einen zunehmenden Stellenwert, als die Gläubigen auf den Höhepunkt der Fastenzeit und die Auferstehung Christi hinfieberten. Diese Verbindung von Freude und Trauer in der Fastenzeit spiegelt sich in den Brauchtum und der Kirchenliturgie wider, wodurch Laetare einzigartig in der Erfahrung des kirchlichen Festes wird.
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